Medialer Andrang
Medialer Andrang

1. Dezember 2016

Echten Seltenheitswert hatten die Taucher des AMLA Kiel im Gewässer des westliche Teils der Alten Eisenbahn. In einer zweiten Begehung der ehemaligen Baustelle zum Eggedurchbruch, der 1846 begonnen worden war, suchten vier ehrenamtliche Taucher aus Kiel nach etwaigen Bodenfunden, besonders aber nach den vorwiegenden Gegebenheiten der gefluteten Teile des Geländeeinschnitts auf der Westseite der Egge. 

Das Team der AMLA bei der Arbeit
Das Team der AMLA bei der Arbeit

Überraschend groß war das Interesse der regionalen Medien an den Beweggründen der Archäologen und ihren Arbeitsweisen in der doch recht steilen Schlucht am Westhang der Egge. 

  

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Artikel Neue Westfälische

Artikel Westfalenblatt


25. November 2016

Inwieweit die Informationstechnologien, insbesondere die Neuen Medien einen Einfluss nehmen auf Darstellung, Verifizierung und Übermittlung historischer Zusammenhänge, das war das Thema dieses Abends. Obwohl noch nicht einmal klar definiert ist, was denn tatsächlich Neue Medien sind und wo ihre Grenzen zu analogen Formen der Medien liegen, deutete sich schnell ab, dass die IT in der Verwaltung von historische Fakten eine wichtige Rolle eingenommen hat. Zwar würde es ohne Weiteres auch wieder ohne die Hilfestellungen durch PC, Datenbanken und Internet gehen - aber eben nur wesentlich langsamer und umständlicher.

Schnell kam die Diskussion auf die Wikipedia und ihre unfreiwilligen Möglichkeiten, nicht gesicherte Daten ungeprüft übernehmen zu können. Aber auch hier konnten wir darauf verweisen, dass zwar zunächst Daten ungeprüft übergeben werde können, diese jedoch durchaus kritisch bewertet werden, so dass schließlich der Konsens aus mehrheitlichen Meinungen dazu führt, ein bislang ungeprüfte Angaben zu verifizieren.

In jedem Fall aber erfordert der Umgang mit Internet und allen Neuen Medien einen kritischen und hinreichend mündigen Nutzer, um sich auf diese Weise souverän bewegen und argumentieren zu können.


28. Oktober 2016

In geselliger Runde stellte uns Michael Knuth seine Sammlung historischer Tageszeitungen vor, und das gestaltete sich spannender als für gewöhnlich erwartet werden kann. Nicht nur das äußere Erscheinungsbild der Zeitungen variierte stark nach Ausgabe, Jahrgang und Herausgeber, sondern vor allem nach Zeitgeist.

Mehrere Exemplare verschiedener Zeitungen, die allesamt in einem hervorragenden Zustand waren, konnten wir begutachten. Darunter nicht nur das Westfälische Volksblatt, als älteste Lokalzeitung der Region, auch Ausgaben der ehem. Paderborner Kirchenzeitung LEO (beide ab 1909), als auch ein paar Ausgaben des Kölner Stadt-Anzeigers, herausgegeben von der Amerikanischen Armee aus dem Sommer 1945 und nicht zuletzt verschiedene Exemplare der Neuen Westfälischen  Zeitung aus dem Jahr 1946.

Erstaunlich war zu sehen, wie sehr der eher offene "journalistische Ton" aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg in die aggressive Attitüde der Dreißiger und Vierziger wechselte. Auch die Themenvielfalt wandelte sich hier auffallend: waren es zunächst eher lokale Themen, über die berichtete wurde, so fanden sich später vorwiegend Berichte über landweite und immer internationale Angelegenheiten, freilich stet stark verfärbt. Erst die Zeitungen der endenden Vierziger schlugen wieder einen moderaten Ton an.


24. September 2016

Das diesmalige Thema des Treffens waren die Mühlen an der Ricke, bzw. der Verlauf des Rickebaches und seine angrenzenden historischen Gebäude und landschaftlichen Gegebenheiten. Fritz Lüke referierte anschaulich und gekonnt, angefangen bei der Klostermühle, die als Schlag- als auch Mahlmühle fungierte. In seinen Schilderungen  folgte er dem Verlauf des Baches "Ricke" abwärts, der seinerzeit knapp außerhalb der Stadtmauern verlief und daher noch in weiten Teilen den Verlauf der Stadtmauer, die heute nicht mehr sichtbar ist, anzeigt.

Dem alten Lauf der Ricke über die ehemalige Stadtmühle hinweg bis zur Nethe folgend, dem Wehr an der Hellemühle entlang, breitete Lüke seine Erkenntnisse vor den Zuhörern aus, die gebannt folgten. Spannend war die Diskussion über den vermeintlichen Standort der Pulvermühle, den der Referent an der Nethe im Schnittpunkt zwischen Schleisenberg, Helleberg und Hoppenberg vermutete.

 


(c)tt
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24. Juni 2016

Die Besichtigung der Stadtmühle war zwar kurz aber deswegen nicht weniger erkenntnisreich. Wegen akuter Schwierigkeiten, die oberen Stockwerke zu besteigen, mussten wir uns allerdings mit der Begehung des Erdgeschosses begnügen und konnten so nur einen kurzen Blick in die erste Etage erhaschen. Die sogenannte "alte Stadtmühle", die bis  in die zweite Hälfte der 1950er Jahre in Betrieb gewesen ist, zeigt sich heute in einem bedauernswerten Zustand. Rudimentär sind noch einzelne Teile der Kraftübertragungen auf den Mühlstein vorhanden, aber die Jahrzehnte fehlender Sorge um das Interieur sieht man dem Gemäuer deutlich an. Da der Bau aus dem 18. Jahrhundert stammt, sind die Außenmauern zwar bereits angegriffen, bislang aber noch stabil genug, um weiterhin Wind und Wetter zu trotzen. Mangels eines neuen Konzepts zur Nutzung des Gebäudes scheint es als müsse die Stadtmühle weiterhin in ihrem Dornröschenschlaf ausharren.

 


27. Mai 2016

Erstmals trafen wir uns an diesem Freitag zu einem offenen Stammtisch in der Gastwirtschaft der Familie Ewers in Willebadessen. In uriger Atmosphäre besprachen wir einige historische als auch aktuelle Themen, die in Bezug zur Geschichte des Ortes stehen. Der Ausbau resp. die Verschüttung eines Teils des Rickebachs, der die alte Stadtmühle mit Wasser speist, bildete ein Schwerpunktthema. Aber auch andere Themen wie etwa der Ausbau der Windkraftanlagen und etwaige Möglichkeiten Gewinnung von Energien durch Wasserkraft wurden gestreift. Eingehender gingen wir auf die Positionierung der Seite "Willebadessen historisch" auf facebook ein. Ebenfalls fiel das Gespräch auf die bereits erfolgte Abschrift weiter Teile der Kirchenbücher durch eines der Vereinsmitglieder, dessen Aufzeichnungen als weitere wichtige Grundlage für das Projekt der Erinnerungskultur (siehe unten, Eintrag vom Freitagstreffen zum Januar 2016) dienen kann. 

Bleibt noch zu erwähnen, dass ein Vereinstreffen im offenen Rahmen und ohne vorgegebenes Thema entgegen diverser Einwände dennoch recht anregend wirken kann.

 


29. April 2016

Wir trafen uns zur ordentlichen Jahreshauptversammlung. Nach Verlesung des Protokolls der JHV des vergangenen Jahres, des Rechenschafts- sowie des Kassenberichts konnte der Vorstand entlastet werden. Anschließend erörterte die Versammlung kommende Projekte und Veranstaltungen (siehe Auflistung rechts).

Im weiteren Verlauf der Sitzung kamen Themen wie die von der Stadt angestrebte Zuschüttung des Rickebaches entlang der Nordseite des alten Ortskerns, Katzhagen genannt, zur Sprache. Des Weiteren erörterten wir Nutzen und Effekt der Erstellung einer facebook-Seite. 

Zuletzt kam zur Sprache, daß in Hinblick auf die berufstätigen Mitglieder des Vereins der Zeitpunkts der jeweiligen regulären Freitagstreffen auf 19:00 Uhr verschoben werden soll.

 


Quelle: Wikipedia
Quelle: Wikipedia

18. März 2016

Bereits seit mehreren Jahren sucht Frau Edeltrud Büchler auf nach Bedeutung und Sinnhaftigkteig, Geschichte und Herkunft des Motivs der Drei Hasen, wie es in unserer Gegend vorwiegend mit dem Paderborner Dom in Verbindung gebracht wird. Frau Büchler aber nahm uns mit auf eine lange Reise, während der sich zeigte, das Motiv der Drei Hasen ist kein spezifisch Paderborner Motiv. Vielmehr findet es sich zum ersten Mal manifestiert im Jahr 1281 in den an der Seidenstraße gelegenen Oasen von Dunhuang im Westen Chinas. Aus ihnen stammen Münzen aus der Zeit des Abaqa Khan, die noch heute überliefert sind. Weitere Verzierungen an den Säulen in den Kloster-Höhlen der Oase Dunhuang sind indes auf den Zeitraum 581-618 datiert. Ebenso sind Motive der Drei Hasen auf Afghanischen Keramiken bekannt, die einen noch älteren Zeitraum angehören, datiert auf das 2.-3. nachchristliche Jahrhundert. Die Forschung kennt noch keine Schale gleichen Zeitraums, die bereits im römischen Lutetia, dem heutigen Paris bekannt gewesen sein soll. Diese Schale ist allerdings verkauft, somit verloren und ihr Verbleib ist ungewiss.

Klar stellte Frau Büchler heraus, es handelt sich beim Motiv der Drei Hasen um ein Regionen, Sprachen, Religionen und gar Kontinente überspannendes Symbol. Wohl begründet in der buddhistischen Tradition, gelangte das Symbol ab dem Mittelalter in den Mittelmeerraum und nach Frankreich (meist Elsaß, Lothringen, Burgung) und England. Auch im deutschen Raum finden sich mittelalterliche Darstelleungen, so etwa an der so genannten Hasenglocke im zisterziensischen Kloster Haina im hessischen Kellerwald. Erwähnenswert führte die Referentin noch aus, daß ab dem 18. Jahrhundert auch in Synagogen das Motiv der Drei Hasen auftaucht. 

 


(c)tt
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26. Februar 2016

Wie und wo sollte man einen Text publizieren? Und wozu überhaupt die Publikation eines historischen Textes? Diesen Fragen wandten wir uns heute zu und gingen zuerst auf die bekannten einzelnen Möglichkeiten für eine Herausgabe eines solchen Textes ein. Vom traditionellen Druckwerk bis zum Internet gelten die verschiedenen Texte als Veröffentlichungen, doch sind dabei im Einzelfall jeweils eine Menge rechtlicher Hürden  und Besonderheiten zu beachten. Auch ist das Handwerk des Schreibens nicht minder in Augenschein zu nehmen. Denn der eigene Text sollte nicht nur für den angesprochenen Leserkreis verfasst werden, sondern auch einer kritischen Sichtung durch etwaige themenferne Leser standhalten können.

Texte, die historische Ereignisse und Zusammenhänge zu verdeutlichen suchen, sollten einer Dialektik folgen, die eine These produziert, die Antithese riskiert und eine mögliche Synthese akzeptiert. Eine Entwicklung der Geschichtsschreibung ist indes nur auf diesem Wege möglich, denn auch semiprofessionelle Forscher haben einen nicht geringen Anteil am Fortkommen des jeweiligen Forschungsstandes. Jeder Autor ist davon abhängig, dass noch weitere an dem gleichen Thema arbeiten und forschen.

Die anschließende Diskussion lotete die Beweggründe und Möglichkeiten einer Publikation aus, wie sie entweder Großprojekt abschließen oder ein kleineres, privates Gebiet abschließen kann. Hier waren die Meinungen naturgemäß deutlich verschieden, denn nicht jeder sieht den Abschluss eines Projekts in einer Publikation oder ganz allgemein in der Zugänglichmachung für die Öffentlichkeit eventuell in Form einer Ausstellung. Wichtig bleibt indes die Zielsetzung, andere Autoren und Forscher an den eigenen Ergebnissen partizipieren zu lassen.

 


(c) tt
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29. Januar 2016

In ansprechender Runde diskutierten wir die Gegebenheiten als auch Hürden und etwaigen Probleme, die das Projekt der Erinnerung an die Zivil- und Kriegstoten aufwerfen wird. Das erst einmal nur angesprochene Projekt, das sich über mehrere Jahre entwickeln wird, und in dessen Rahmen die noch auffindbaren Informationen zu den auf dem hiesigen Kriegerdenkmal genannten Namen zu sammeln sein werden, soll nicht nur Soldaten betreffen. In gleicher Weise sollen auch die Namen von Kriegsgefangenen als auch Fremden und ggf. noch weitere findbare Namen aufgeführt und behandelt werden.

Zunächst besprachen wir die Möglichkeit einer rein statistischen Erhebung von Daten der genannten Soldaten, um mit einem ersten Schritt zu beginnen, wozu zunächst Kirchen- und Personenstandsbücher zu sichten wären. Schnell stellte sich heraus, daß grundlegende Informationen schon fast in Vergessenheit geraten sind. So waren sich die Diskutierenden nicht einig, wann das Kriegerdenkmal erbaut worden war. Über die weiteren Aspekte des Hebens von Daten aus den verschiedensten Archiven aus Frankreich und Deutschland waren wird uns hingegen schnell einig, daß durchaus ein Sinn darin zu finden sei, das mitten im Ort stehende Denkmal neuerlich zu erschließen und anhand der Ergebnisse insbesondere die Jugend auf die Auswirkungen der Kriegszeiten auf unser Städtchen aufmerksam machen zu können.

Auch werden wir uns zukünftig über die Begrifflichkeiten Gedanken machen können, ob wir heute noch von "Helden" sprechen sollen oder die Thematik im Kreis einer objektiven Erinnerungskultur zu positionieren ist.

Grundsätzlich kamen wir überein, zunächst mit den im Stadtarchiv aufgeführten Verlustlisten zu beginnen und diese zur Grundlage weitergehender Untersuchungen zu machen. Hierzu werden wir auf dieser Internetseite unter dem Punkt Internes die entsprechenden Listen und Links als auch weitere Daten und allgemeine Infos zum Projekt hinterlegen. Für Vereinsmitglieder ist dieser interne Bereich mit dem bekannten Passwort einsehbar. Andernfalls kann das Passwort beim Vorstand erfragt werden.